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Gesundheit liegt ihm am Herzen

child and adult holding red heart with stethoscope, heart health, health insurance concept
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iStock/ThitareeSarmkasat

Es gibt viele Faktoren, die einem gesunden Herzen schaden können. Helmut Schulter, Bundesgeschäftsführer des Herzverbandes, hat seine negativen Erfahrungen in etwas Positives verwandelt.

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Helmut Schulter

Bundesgeschäftsführer des Österreichischen Herzverband

Wie sind Sie zum Herzverband gekommen? Was ist Ihre Geschichte?

Ich hatte mitten im Berufsleben mit 50 Jahren einen schweren Herzinfarkt. Damals durfte man im Krankenhaus 14 Tage lang überhaupt nicht aufstehen – ganz im Gegensatz zu heute. Ich war danach auf Reha und bin anschließend wieder in meinen Beruf eingestiegen. Doch vier Monate später hatte sich meine Situation wieder verschlechtert. Also hat man sich entschieden, mir einen Herzkatheter zu legen, etwas das damals fast unbekannt war. Allein das Wort war schon furchtbar! Als mir der Arzt kurz und knapp hinterher mitgeteilt hat, dass ich eine Bypass-Operation benötige oder ich würde zwei Monate später sterben, kannte ich mich überhaupt nicht aus.

Und was haben Sie dann gemacht?

Ich bekam dann glücklicherweise den Tipp, mich beim Herzverband zu informieren. Und ich bin so toll aufgeklärt worden und dachte mir damals: Wenn ich das überlebe, dann werde ich mich auch dafür engagieren. Nach meiner Bypass-Operation und einer neuerlichen Reha habe ich wieder begonnen, im Außendienst zu arbeiten. Allerdings erlitt ich ein halbes Jahr später einen Schlaganfall. Damit war mein Berufsleben zu Ende. Aber ich bin, wie versprochen, zum Herzverband gegangen und bin mittlerweile seit 1993 Bundesgeschäftsführer.

Das heißt, Sie habe Ihre Erfahrung in persönliches Engagement umgelegt?

Genau! So wie mir damals geholfen wurde, so möchte auch ich helfen. In den 1990er-Jahren haben wir als Herzverband viele Fragen über Herzkatheter oder Bypass-Operationen bekommen. Die Stents steckten damals ja noch in den Kinderschuhen. Heute hat sich die Situation geändert und fast jeder weiß darüber Bescheid. Als Herzverband sehen wir unsere Aufgabe vor allem in der Bewusstmachung von Gefahren und in der Präventionsarbeit. Denn Vorsorge und Prävention sind das Allerwichtigste! Vor allem in unserer schnelllebigen Zeit. Wenn man heute einen Herzinfarkt hat, ist man relativ schnell wieder schmerzfrei und nach drei Tagen wieder zu Hause. Die Menschen denken leider nicht daran, dass es tödlich hätte ausgehen können. Wir möchten Menschen dazu animieren, ihr Leben zu ändern. Denn ein Herzinfarkt kommt nicht von ungefähr. 

Was ist denn das absolut Schlimmste, das man seinem Herzen antun kann bzw. wie kann man ein gesundes Herz fördern?

Das Schlimmste ist keine Bewegung! Wir sitzen viel zu viel vor dem Computer. Deswegen bieten wir unter anderem Bewegungstherapien an. Wir versuchen, die Menschen zu animieren, etwas für sich zu tun – wie zum Beispiel Wandern. Das tut nicht weh! Man ist in der Natur und es gibt einem so viel! Wir bieten als Herzverband deswegen auch wöchentliche Wanderungen in verschiedenen Stärken und Weiten an. Wenn man zu einer Gruppe gehört, entsteht ein positiver Gruppendruck und man hat weniger Ausreden. Und: Bewegung ist das einzige Medikament ohne Nebenwirkungen!

Darüber hinaus gibt es noch andere Themen, die für die Herzgesundheit wichtig sind, oder?

Absolut! Ganz wichtig ist, dass wir endlich beim Thema Rauchen umdenken! Das gilt auch für das Thema Ernährung. Außerdem ist es wichtig, dass man früh genug zum Arzt geht und zum Beispiel auch auf seinen Blutdruck achtet. Auch eine gewisse Medikamententreue ist wesentlich. Und schließlich schwächt auch Einsamkeit das Herz. Daher ist es uns wichtig, dass wir als Herzverband nicht nur Auskünfte geben, sondern auch Gemeinschaft ermöglichen!


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