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Golden Agers

Bleiben Sie mutig!

Mature woman with mobile phone on her hands sitting in room and sending messages to her friends and family
Mature woman with mobile phone on her hands sitting in room and sending messages to her friends and family
iStock/puckons

Hand auf’s Herz: Wie oft haben Sie heute schon Ihr Smartphone genutzt? Zum Telefonieren, um Nachrichten Ihrer Familie über Instant-Messaging-Dienste (wie z.B. Whatsapp) zu checken? Oder um den lokalen Wetterbericht abzufragen, oder zu erfahren, wann die nächste U-Bahn kommt, oder …?

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DI Dr. Kurt Woletz

Emeritierter Studiengangs- und Institutsleiter, FH Technikum Wien © Foto: Walter Henisch

Die modernen Technologien werden von sehr vielen Angehörigen der „Golden Ager“- Generation intensiv genutzt. Auch ich gehöre zu dieser Generation. Aber, helfen uns die modernen Internettechnologien wirklich? Erleichtern sie unser Leben?  Ermöglichen sie den Anschluss an die jüngere Generation? Oder „müssen“ wir, ob es uns passt oder nicht, mitmachen, weil wir sonst im Abseits landen könnten. Im Abseits stehen? Das wollen wir nicht!

Mut zu Neuem

Für uns „Golden Ager“ wurde in den letzten Jahren viel entwickelt, Prototypen entstanden, sie wurden – auch in Österreich – in Testregionen erfolgreich erprobt. Die Entwickler der neuen Technologien sind, weit überwiegend, Angehörige der jüngeren Generation. Wenn sie sich auch an den Bedürfnissen und Herangehensweisen unserer Generation zu orientieren versuchen, so blitzen doch immer wieder ihre Denkmuster durch.

Wir „Golden Ager“ sollten bereit sein, diese Technologien kennenzulernen und unvoreingenommen auszuprobieren, das ist unsere Holschuld.  Denn die neuen Technologien bringen Möglichkeiten, die unser Leben vielseitiger, interessanter, informativer, sicherer, oft auch bequemer machen.

Mut zur Gelassenheit

Allerdings, bei aller Aufgeschlossenheit, die wir Golden Ager uns zurechnen, pochen wir auf unser höchstpersönliches Recht, neue Angebote am Markt mit einer gewissen Gelassenheit zu prüfen und zu bewerten. Wer mit uns ins Geschäft kommen möchte, darf uns nicht drängen und bedrängen. Unsere Stärke ist Geduld, die wir auch von der „anderen Seite“ einfordern. Und gar nicht goutieren wir, wenn uns ein „Senioren-Behinderten-Mäntelchen“ umgehängt wird.

Als „Golden Agers“ stehen wir mitten im Leben, sind selbstbewusst, unternehmungslustig, aktiv und vital. Unser Slogan lautet: Sechzig ist das neue Vierzig.  Alt sind die anderen, nicht wir. Hilfe benötigen? Wir? Ich? Nein, danke. So ticken wir, so ticke ich.

Mut zur Technologie

Wir warten noch immer auf ein überzeugendes Gesamtpaket für die vielen bereits vorhandenen attraktiven Produkte. Die dynamische Umsetzung als Innovationen, die die „Letzte Meile“ einschließt, lässt auf sich warten. Es ist hoch an der Zeit, dass die „andere Seite“, die Industrie, die Serviceanbieter für Lifestyle, Komfort, Sicherheit im Haushalt und unterwegs (Bauträger, Reiseveranstalter, Zahlungsdienstleister, Verkehrsträger etc.) das erkennt und ihre Bringschuld einlöst.

Hoffnung gibt es und einen Silberstreifen am Horizont. Wir von der FH Technikum Wien befassen wir uns seit mehr als zehn Jahren mit unterschiedlichen Aspekten der Technologienutzung und -entwicklung für Golden Ager, ein Thema, das auch der Europäischen Kommission ein großes Anliegen ist und wofür große Fördersummen im Programm „AAL – Assisted Ambient Living“, mit dem Untertitel: „Better Aging in a Digital World“ oder auf deutsch: „Technik, die unser Leben vereinfacht“ zur Verfügung gestellt werden.

Mut zur Entwicklung

An der FH Technikum Wien wurde die Idee eines „Hauses der Generationen“ entwickelt, das als reale oder virtuelle Drehscheibe („Smart Living Lab“) zwischen den Anbietern und den potenziellen NutzerInnen dienen soll. Als Showroom, Plattform für Diskussionen, zum Sammeln von Erfahrungen und Ideen. Das Konzept steht. Ziehen alle an einem Strang, dann gelingt auch die Umsetzung. 

Die Zeit ist reif! Es gibt tolle Ideen und phantastische Angebote für uns, die „neuen Vierzigjährigen“. Der Bachelorstudiengang der FH Technikum Wien „Smart Homes und Assistive Technologien“ vermittelt jungen Leute die technischen Grundlagen. Wenn es jetzt noch gelingt, die Brücke zu Anwendungen als „Technik, die unser Leben vereinfacht“, die uns „Lifestyle“, „volle Anteilnahme am Leben der jungen Generation“ verschaffen, zu schlagen, dann sind wir auf dem richtigen Weg. 


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