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Hochleistungssport trotz Intoleranz

Marathonläuferin Cornelia Stöckl-Moser über die Vereinbarkeit von Glutenunverträglichkeit mit ihrem Leben als Marathonläuferin und den Trend zu glutenfreier Ernährung.

Cornelia Stöckl-Moser

Marathonläuferin

Wie haben Sie sich auf Ihren allerersten Marathon vorbereitet und welcher war das?

Das war im April 2015 in Linz. Ich war zu dem Zeitpunkt nicht aufs Laufen spezialisiert, sondern habe einfach Sport gemacht. Laufen war ich zu dem Zeitpunkt zweimal die Woche. Damals standen die Staatsmeisterschaften an. Ich wollte schon immer mal einen Marathon laufen, und dann habe ich mir gedacht, ich könnte das einfach mal probieren. Dann habe ich mir vorgenommen, 30 Kilometer am Stück zu laufen, am Laufband. Das ist eine Vorbereitung, wie sie nicht sein sollte. In der Vorbereitung für einen Wettkampf mache ich heute wenig Alternativsport, sondern laufe einfach 150 bis 200 Kilometer pro Woche.

Sie leiden an Glutenunverträglichkeit. Als Langstreckenläuferin muss man viele Kohlehydrate essen. Worauf müssen Sie da besonders achten?

Daheim ist es kein Problem, da habe ich glutenfreies Müsli, Nudeln und Brot. Herausfordernder ist es auf Reisen. Da greife ich zu Reis und Kartoffelprodukten. Die klassischen Pizza- und Pasta-Mahlzeiten vor den Rennen bleiben leider aus.

Wie haben sie bemerkt, dass Sie glutenintolerant sind?  

Das war vor vier, fünf Jahren. Mir ist aufgefallen, dass ich nach dem Frühstück und dem Genuss von Brot oder Müsli, ein starkes Unwohlsein im Magen gespürt habe und gleich das stille Örtchen aufsuchen musste. Nach dem Frühstück habe ich ewig gebraucht, bis ich Sport machen konnte. Am Abend, wo ich mich eiweiß- und fettreich ernähre, hatte ich diese Symptome nicht. Ich habe mich dann beim Arzt testen lassen.

Was raten Sie Betroffenen? Wie können Sie trotzdem das Leben genießen?  

Die Auswahl ist heutzutage sehr groß, auch in Hotels bekommt man glutenfreie Alternativen. Wenn ich zum Essen eingeladen bin, esse ich entweder nichts oder nur ein klitzekleines Stück. Das mache ich, wenn ich nicht dauernd erklären will, was Glutenunverträglichkeit ist. Aber ich fühle mich dadurch nicht ausgegrenzt. Es ist vielen nicht bewusst, dass Mehl in Nahrungsmitteln wie gebundenen Saucen und in Fertiggerichten wie Gulasch oder Suppen enthalten ist. Von dem Trend, sich glutenfrei zu ernähren, ohne an einer Unverträglichkeit zu leiden, halte ich nichts. Das kann zu einer echten Unverträglichkeit führen. Zudem sind in Getreideprodukten Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe enthalten.

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