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Irgendwas ist immer – eine Mama im Alltagsstress

A group of children runs excitedly to jump into a pile of raked up maple leaves. A beautiful sunny day in the Pacific Northwest, Washington, United States.
A group of children runs excitedly to jump into a pile of raked up maple leaves. A beautiful sunny day in the Pacific Northwest, Washington, United States.
iStock/RyanJLane

Wer Kinder hat, weiß: Planbar ist alles, doch Unvorhergesehenes lässt die Pläne ständig platzen. Das macht Stress. Hier gewährt eine #motherof4 Einblick in ihren ganz normalen Alltag.

Journalistin Doreen Brummee Sie lebt mit ihrer Familie plus Katze in Hamburg und bloggt als #motHEROf4 auf doreenbrumme.de rund um Kinder und Familie in Bio-Qualität.

Doreen Brumme

Die Journalistin bloggt als #motherof4 auf doreenbrumme.de über Bio und Familie.

Morgengrauen (Stresspegel: 12 von 10)

5:49 Uhr. Noch eine Minute. Zeit für ein ausgiebiges Räkeln zwischen den Laken. In meinen Knochen steckt noch der Spei-Alarm, mit dem mich Nr. 4 (5) heute Nacht aus dem Schlaf riss. Zum Glück schaffte er es ins Bad und ersparte mir so den Wäschewechsel. Die Minute ist um. Aufstehen! Ich flüstere dem Gatten ein „Tschüss!“ hinterher, der schon fast zur Tür raus ist. Ich checke meine E-Mails nach Eilaufträgen. Mein allmorgendlicher Blick ins Immobilienportal stresst. Familienfreundliche Wohnungen mitten in Hamburg sind rar, wir sitzen zu sechst mit Katze in unseren 3-wie-2-Zimmern auf 67 m2 fest. Die Katze hockt gerade auf dem Klo und erwartet mauzend, dass ich es sofort putze. Mach ich! 6:20 Uhr. Nr. 1 ist im Bad. Kommt der Teenie pünktlich raus? Mit nur einem Badezimmer muss unser Morgen reibungslos laufen – mein Stresspegel steigt. 6:50 Uhr. Ich wecke Nr. 2 (13).

Ohne Worte. Er ist Morgenmuffel wie ich. Dann folgt Nr. 3, eine fröhliche Plaudertasche. Es wird sofort laut. Nr. 4 wird wach, ihm geht’s gut, war wohl nur ein verdorbener Magen. Während ich die meterlangen Haare von Nr. 1 kämme und das Outfit von Nr. 3 gemäß Hamburger Schietwetter beäuge, sucht Nr. 2 Kleingeld für den Jutebeutel, der im Kunstunterricht gestaltet werden soll. Mein Portemonnaie enthält nur Scheine. Also muss eine Spardose um Kleingeld erleichtert werden. 7:30 Uhr. Nr. 1 macht sich auf den Schulweg. Nr. 2 folgt. Nr. 3 muss Nr. 4 mitnehmen, der sich zum Mitbringtag in der Vorschule nicht zwischen Wolfbuch und Wolffigur entscheiden kann. Nr. 3 wird ungeduldig, Nr. 4 wägt ruhig ab – der Wolf wird’s! 8:08 Uhr. Schnell ans Fenster und beiden winken! 8:11 Uhr. Aufatmen! Ich lüfte, mache Bett für Bett, räume auf, sauge. Wasch- und Spülmaschine laufen. Danach bin ich warm genug für ein paar Karate-Übungen.

Vormittagsruhe (Stresspegel: 6 von 10)

9:11 Uhr. Als freie Journalistin ist mein Sofa mein Arbeitsplatz. Das Laptop auf den Knien entstehen Artikel wie dieser. Die kinderfreie Zeit bis 12:30 Uhr vergeht stets zu schnell. Telefon und Postbote klingeln zwischendurch. Dann ein Anruf aus dem Schulsekretariat: Nr. 2 ist speiübel – und kommt Minuten später leidend nach Hause. Doch ein Infekt? Hoffentlich geht der jetzt nicht reihum! Mein Magen krampft. Aber der Artikel des Tages steht so gut wie!

Mittagshoch (Stresspegel: 7 von 10)

Um 12:40 Uhr muss ich Nr. 4 abholen. Sechs Minuten mit dem Rad brauche ich zur Vorschule, zurück dauerts mindestens drei Mal so lange. 13:15 Uhr. Der auf dem Herd köchelnde Reis mit Pilzsoße löst Einspruch aus. Ginge es nach Nr. 4, gäbe es immer Nudeln. Ich halte eine Rede über abwechslungsreiche Küche, das Kind schluckt den Reis. Nr. 2 schaut appetitlos aus der Wäsche. Es klingelt, der Spielgast ist da und isst gleich mit. Ein Auge auf den beiden kleinen Jungs, eins auf dem Bildschirm texte ich weiter. Nr. 2 schläft. 15:05 Uhr. Nr. 3 kommt heim, gefolgt vom Ehemann. Der übernimmt den Arzttermin. Ich empfange derweil meine Freundin. Der Tee schmeckt, aber entspannend wirkt er heute nicht. 16:20 Uhr. Nr. 1 kommt endlich aus der Schule. Mein Bauch sagt mir: Sie braucht jetzt Mamazeit. Und die kriegt sie auch – gleich nachdem die Gäste raus sind.

Feierabend (Stresspegel: 8 von 10)

18:30. Die Hausaufgaben sind fertig. Der Mann räumt die Spülmaschine aus und schmiert Abend- und Schulbrot. Ich gehe zum Karate: #metime. 21:15 Uhr sitze ich bettfertig am Laptop, schreibe E-Mails oder texte Angefangenes zu Ende. 21:30 Uhr. Schlafenszeit. Nr. 4 begleite ich beim Einschlafen. Gegen 22:10 Uhr stolpere ich müde aufs Sofa, das uns nachts Bett ist. Ich checke zum letzten Mal E-Mails, Bankkonto und Immobilien. Zugleich tauschen wir Eltern uns über den Tag aus und planen den nächsten. Dann schalte ich meinen Kindle ein und versinke in Bett und Buch.

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