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Wenn der Bauch den Ton angibt

Foto: Katie Smith via Unsplash
in Kooperation mit
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Evelyn Groß

Präsidentin der ÖMCCV

Wie man trotz der Diagnose Morbus Crohn durch die richtige Ernährung selbst etwas zum eigenen Wohlbefinden beitragen kann.

Essen ist ein zentraler Teil des Lebens, vor allem dann, wenn man sich intensiv damit auseinandersetzen muss. Wie hat sich die Diagnose Morbus Crohn auf Ihr Ernährungsverhalten ausgewirkt? Worauf achten Sie besonders bei der Ernährung?

Wenn der Darm die Schwachstelle im Körper ist und nicht so funktioniert, wie er sollte, dann liegt für alle auf der Hand: „Das kann nur die falsche Ernährung sein!“ Das ist bei Morbus Crohn aber nicht der Fall. Die Ernährung ist nicht schuld an der Erkrankung und es gibt keine Diät! Das macht das Leben mit dieser Erkrankung nicht unbedingt einfach. Man muss selbst herausfinden, was einem guttut und was eher nicht. Dieser Weg ist schwierig und langwierig. Die Verträglichkeit der Lebensmittel hängt auch stark mit der Krankheitsaktivität zusammen. Ich habe mir die Lust am Essen aber nicht nehmen lassen – Essen ist für mich Genuss, Freiheit und auch Lebensqualität. Selbstgekochtes vertrage ich natürlich am besten, viele Lebensmittel vermeide ich aber, weil ich weiß, dass sie bei mir Probleme verursachen.

Wie wirkt sich Morbus Crohn auf Ihr soziales Leben aus? In welchen Situationen ist Morbus Crohn besonders belastend für Sie?

Man könnte sagen, mein Bauch gibt den Ton an. Oftmals ist der Radius um die Toilette recht klein. Essen und danach auch nur einen Kilometer zu Fuß gehen ist für mich so gut wie unmöglich. Deshalb lege ich viele Strecken mit dem Auto zurück – hier fühle ich mich sicher. Das wiederum wird von anderen als Faulheit angesehen. Für mich ist es aber Schutz und die Möglichkeit, am sozialen Leben teilzunehmen. Schwierig ist diese Situation, wenn ich neue Länder und neue Städte kennenlernen möchte. Hier muss ich mir genau einteilen, wann und wo ich esse beziehungsweise wann und wie weit ich zu Fuß unterwegs sein möchte.

Kann man die Krankheit durch Ernährung auch selbst positiv beeinflussen? Was sind die Vorteile einer richtigen Ernährung gegenüber Medikamenten?

Mit der Ernährung kann man die Erkrankung ein wenig beeinflussen, auf jeden Fall darf sie nicht vernachlässigt werden. Leider kann Ernährung aber Medikamente nicht ersetzen.

Warum ist es ratsam, bei Morbus Crohn einen Ernährungsspezialisten heranzuziehen?

Mit der Unterstützung eines Diätologen oder einer Diätologin kann man vieles mit der Ernährung verbessern – hier sollte man sich auf jeden Fall Unterstützung holen.

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