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„Es war ein absoluter Neustart“

Foto: Robina Weermeijer via Unsplash
In Kooperation mit
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Rudolf Brettbacher

Präsident der Arge Niere Österreich

Rudolf Brettbacher, Präsident der Arge Niere Österreich, über sein Leben mit Spendeorganen. 

Warum haben Sie ein Spenderorgan benötigt?

Ich war seit meinem siebten Lebensjahr Typ-1-Diabetiker. Die Therapie steckte, mit heute verglichen, noch in den Kinderschuhen. Das erste Blutzuckermessgerät bekam ich erst 1985. So konnten sich die Spätschäden rasch und stark entwickeln. Letztendlich wurden auch die Nieren so schwer geschädigt, dass eine Transplantation von Niere und Pankreas notwendig – und Gott sei Dank möglich – war.

Gab es Dinge, auf die Sie im Vorfeld achten mussten und auf die Sie aktiv achten müssen?

Im Vorfeld waren die wichtigsten Themen die gute Blutzucker- und Blutdruckeinstellung sowie die regelmäßigen Kontrollen im Krankenhaus und die Ernährung. Ich durfte neben der Zuckerdiät kaum mehr Eiweiß essen. Nach der Transplantation habe ich kaum noch Einschränkungen. Regelmäßige Medikamenteneinnahme und circa alle acht Wochen eine Kontrolle in der Klinik sind aber ein Muss – Stichwort Adhärenz.

Wie lange mussten Sie auf Ihre Spende warten? Was ging Ihnen dabei durch den Kopf?

Ab dem Zeitpunkt, als ich auf der Warteliste stand, waren es bei mir vier Monate und eine Woche. Im Kopf geht es zu wie in einem Wellental: Gesundheitlich geht es noch immer bergab, aber man sieht und hofft auf die Erlösung durch die Transplantation. Mich hat die Hoffnung aufrecht gehalten.

Wie war für Sie die Umstellung? Gab es eine spürbare Veränderung im Körper?

Die Umstellung war ein herrliches Gefühl. Das Empfinden, dass sich der Körper vergiftet, war sofort weg und es kamen sehr rasch die Energie, Lebensfreude und ein Wohlgefühl zurück.

Inwieweit hat sich Ihr Leben mit dem Spenderorgan verändert? Gibt es Dinge, auf die Sie verzichten müssen, etwa beim Sport oder der Ernährung?

Es war ein absoluter Neustart, sozusagen ein zweites Leben. Wichtig sind eine ausgewogene Ernährung und ein vernünftiger Lebensstil. Und zum Sport sagte man mir, dass ich nur Kampfsportarten nicht machen dürfe.

Gab und gibt es Komplikationen? Sind Sie auf Medikamente angewiesen?

Es gab nach der OP kurz Komplikationen, die aber die behandelnden Ärzte super im Griff hatten. Seitdem läuft alles sehr gut. Ich hoffe, es bleibt so. Ja, Medikamente muss ich lebenslang regelmäßig einnehmen. Aber verglichen mit vorher ist das trotzdem ein „perfekter Tausch“.

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