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„Ich habe nie damit gerechnet, an COPD zu erkranken“

Foto: magicmine via iStock

Judith Illek

COPD ist bekannt als Raucherkrankheit. Zu einem großen Teil ist Zigarettenkonsum dafür verantwortlich, doch nicht nur. Wer gehört zu den sogenannten Risikogruppen, und wie kann man Risiken minimieren?

Hauptrisikofaktor für die Entstehung einer COPD ist Zigarettenrauchen. Über 90 Prozent aller COPD-Patienten rauchen oder haben lange Zeit geraucht, aber bei nur 20% von ihnen ist die COPD auch diagnostiziert. Auch Passivraucher haben ein höheres Erkrankungsrisiko. Weitere Risikofaktoren für COPD sind Feinstaub, Umweltverschmutzung und berufsbedingt eingeatmete Schadstoffe.

Bei COPD sind sowohl die Bronchien als auch das Lungengewebe selbst geschädigt. In der Therapie der COPD werden medikamentöse und nicht medikamentöse Behandlungsverfahren eingesetzt, die einander ergänzen. Welche Behandlungen zur Anwendung kommen, richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung. Ein sofortiger Rauchstopp ist ein unbedingtes Muss.

Vor der Diagnose waren Sie selbst starke Raucherin. Haben Sie damit gerechnet, COPD zu bekommen? Wie ging es Ihnen mit dieser Diagnose, und wie hat sich die Krankheit bei Ihnen entwickelt?

Ich habe nie damit gerechnet, an COPD zu erkranken, obwohl mein Großvater, meine Mutter und meine Tante diese Krankheit hatten. Mit Erhalt der Diagnose habe ich sofort zu rauchen aufgehört. Leider hat sich zu Beginn die Krankheit rasch entwickelt und es wurde eine Langzeitsauerstofftherapie erforderlich. Seit dem ersten Rehaaufenthalt benötige ich 24 Stunden Sauerstoff. Das war eine riesige Umstellung und Herausforderung für mich und meine Familie. 

Da bleibt einem im wahrsten Sinne „die Luft weg“. Viele Betroffene müssen, genau wie Sie, mit Sauerstoff ihren Alltag bewältigen, dazu haben sie noch ein mobiles Gerät, um das Haus verlassen zu können. Dafür schämen sie sich und trauen sich immer weniger, das Haus zu verlassen. Wie gehen Sie damit um und was raten Sie ihnen?

Zu Beginn war es schon schwierig, von Menschen angestarrt, mit mitleidigen und vorwurfsvollen Blicken betrachtet zu werden. Dann habe ich mir aber gesagt, Sauerstoff ist ein Medikament und gibt mir die Möglichkeit, mein Leben aktiv zu gestalten, meine Lebensqualität zu verbessern. Genau das ist es, was ich auch anderen Betroffenen sage und empfehle. Sich nicht zu Hause verkriechen, sondern hinausgehen und das Leben so gut es geht gestalten, Bewegung betreiben und auf die Fitness schauen! Ausdauersport wie Nordic Walking, Radfahren und so weiter ist da eine gute Möglichkeit.

Um Betroffene zu erreichen, ihnen Hilfestellung zu geben, habe ich gemeinsam mit meinem Mann im Juli 2019 die Selbsthilfegruppe „COPD-Austria“ gegründet. Es gibt Gruppentreffen, bei denen wir uns austauschen, über neue Erkenntnisse der Forschung informieren und auch eine Menge Spaß haben. Über diese Selbsthilfegruppe bieten wir auch Aktivprogramme wie Nordic Walking und Atemyoga an – mittlerweile auch in Sankt Pölten und Wien. Weitere Gruppen in ganz Österreich sind geplant.

Sie möchten mehr erfahren?

Besuchen Sie die Website www.copd-austria.at und informieren Sie sich weiter.

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