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Allergien

Ungewollte Mitbewohner

iStock/Refluo

Rund 1,5 Gramm Hautschuppen verliert ein Erwachsener täglich. Gesicherte Nahrungsgrundlage für Hausstaubmilben, lat. Dermatophagoides. Das Wort bedeutet so viel wie „Hautfresser“, denn die Winzlinge ernähren sich mit Vorliebe von menschlichen Hautschuppen.

Hausstaubmilben gehören zur Gattung der Spinnentiere. Annähernd 50 Vertreter der Milbe sind bislang bekannt, von denen gut ein Dutzend in Hausstaub leben (Quelle: Wikipedia). Mit bloßem Auge kann man die kleinen Spinnentierchen nicht erkennen, denn sie werden höchstens 0,1 bis 0,5 Millimeter groß. Erst unter dem Mikroskop zeigt sich, welche zwei Milbenarten einem Hausstauballergiker das Leben hierzulande besonders schwer machen: Dermatophagoides pteronyssinus und Dermatophagoides farinae.

Allergieauslöser Milbenkot

Hausstaubmilben sind an sich völlig harmlos. Sie übertragen in der Regel weder Krankheiten noch schaden sie uns. Doch es sind Eiweißbestandteile im Kot der Milben, die bei uns Menschen Allergien hervorrufen können. Nach Blütenpollen ist Milbenkot der zweithäufigste Verursacher einer Allergie. Eine Hausstaubmilbe produziert täglich rund zwanzig Kotkügelchen. Im Laufe ihres einmonatigen Milbenlebens hinterlässt sie das 200-fache ihres Körpergewichtes an Exkrementen. Wenn der Milbenkot trocknet, zerfällt er in kleinste Staubpartikel, die anschließend durch die Luft wirbeln. Werden diese eingeatmetet, kann es zu den typischen allergischen Reaktionen wie Niesreiz, geröteten Augen und einer verstopften Nase kommen.

Lebensraum Textil

Eine Milbe ernährt sich hauptsächlich von Hautschuppen. Aber auch Schimmelpilze (Aspergillus penicilloides) stehen bei ihnen auf dem Speisezettel, denn Hausstaubmilben benötigen den Pilz zur Vorverdauung der fettigen Hautschuppen. Sie bevölkern mit Vorliebe Teppiche, Pölster, Vorhänge, Kopfkissen, Bettdecken und vor allem Matratzen. Hier finden sie durch die Atemluft und den Schweiß des Menschen eine Luftfeuchtigkeit von 70 bis 80 Prozent, konstante 25 bis 30 ºC Umgebungstemperatur und obendrein noch ihre Lieblingsspeise: Hautschuppen.

Maßnahmen

Richtig abgetötet werden können Milben und die dazugehörigen Hinterlassenschaften in der Bettwäsche oder in Stofftieren nur, wenn sie mindestens bei 60 ºC gewaschen werden oder für mindestens 24 Stunden in die Kühltruhe kommen. Auch bei einer Schlafzimmertemperatur unter 18 ºC dürfte es den winzigen Tierchen nicht mehr so gut gefallen. Die Erzeugung von Frischluft (am besten mehrmals am Tag für fünf Minuten Stoßlüften) und häufiges Wischen, damit der Staub gebunden wird, dürfte die Milbenpopulation ebenfalls eindämmen.


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