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Home » Neurologie » Migräneprophylaxe wirkt sehr gut!
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Dr. Manfred Eder ist niedergelassener Neurologe in der Marchfeldpraxis in Groß-Enzersdorf und Oberarzt am Landesklinikum Mistelbach. Im Interview berichtet er, wie sich die moderne Migräneprophylaxe in der Praxis bewährt.

Dr. Manfred Eder ist niedergelassener Neurologe in der Marchfeldpraxis in Groß-Enzersdorf und Oberarzt am Landesklinikum Mistelbach. Im Interview berichtet er, wie sich die moderne

Dr. Manfred Eder

© ZVG

Neurologe in der Marchfeldpraxis in Groß-Enzersdorf, Oberarzt am Landesklinikum Mistelbach

Wie erleben Ihre Patient:innen Migräneattacken? 

Sie beginnen meist einseitig mit einem starken Schmerz im Kopf- oder im Nackenbereich. Dieser sticht, pocht, drückt und/oder pulsiert. Er baut sich 10 bis 30 Minuten auf und wandert seitlich über den Kopf bis zu Schläfe und Stirn. Begleitbeschwerden wie Empfindlichkeiten gegenüber Licht, Lärm, Gerüchen sowie Übelkeit und Erbrechen kommen zudem ins Spiel. Eine unbehandelte Migräneattacke dauert in der Regel mindestens 4-72 Stunden. Wichtig: Migräne ist nicht gleich Migräne. Wir unterscheiden zwischen einer episodischen Migräne mit bis zu 15 Kopfschmerztagen pro Monat und einer chronischen Migräne mit mehr als 15 Kopfschmerztagen monatlich über mehr als drei Monate hinweg. Spannend ist zudem, dass sich eine Migräne im Lauf der Jahre gewaltig verändern kann.

Was bedeutet die Krankheit für die Lebensqualität der Betroffenen?

Diese wird stark in Mitleidenschaft gezogen. Migräne nimmt viel Raum im Leben der Betroffenen ein und ist ein großer Störfaktor für jede Beziehung, in Beruf und Familie. Je mehr Migränetage man hat, desto höher ist der Leidensdruck. Umso wichtiger ist es, dass wir über Migräneprophylaxe sprechen, denn dass es sie gibt und sie verdammt gut wirkt, wissen die wenigsten.  

Tun wir genau das: Wie funktioniert Migräneprophylaxe?

Migräneattacken sind brutal. Deshalb sollte die Erkrankung auch gezielt und effektiv behandelt werden. Dazu haben wir seit dem Jahr 2018 spezifische Migränemedikamente auch als vorbeugende Therapie, die sogenannten CGRP-Antikörper.

Wie wird die CGRP-Migräneprophylaxe angewendet? 

Diese spezifisch und vorbeugend wirkenden Medikamente lassen sich auf verschiedene Weise verabreichen: 

  • Als Kurzinfusion: Dazu kommen die Patient:innen viermal im Jahr zu uns in die ärztliche Praxis und wir verabreichen das Medikament intravenös. Das dauert nur eine halbe Stunde, daher auch der Name Kurzinfusion. Die Wirkung der Kurzinfusion setzt mit der ersten Infusion ein. 
  • Als Injektionspen: Mit diesem verabreichen sich die Patient:innen das Medikament selbst unter die Haut am Bauch oder Oberschenkel – entweder als einfache Dosis monatlich oder als dreifache Dosis alle drei Monate. 

Wie kommen Kurzinfusion und Injektionspen bei Ihren Patient:innen an?

Viele sind überrascht, wie schnell und wirkungsvoll die Mittel anschlagen. Die meisten Patient:innen berichten von einer deutlichen Reduktion ihrer Migränetage, ich habe sogar Patient:innen, deren Attacken ganz weg sind. Am Pen schätzen die Anwender:innen die einfache Handhabung, an der Kurzinfusion, dass sie nur viermal im Jahr an die Prophylaxe denken müssen. Die Kurzinfusion hat zudem den großen Vorteil, dass wir Ärzt:innen die Patient:innen regelmäßig alle drei Monate sehen. Außerdem ist ein großes Plus, dass alle modernen, spezifischen Migräneprophylaktika in Österreich von den Kassen erstattet werden.

Wie verträglich sind die modernen Migräneprophylaxen? 

Die Patient:innen vertragen diese sehr gut – die Medikamente verursachen kaum Nebenwirkungen. Gelegentlich rötet sich die Einstichstelle oder schmerzt leicht, doch das lässt rasch wieder nach. Und sollte sich doch eine Unverträglichkeit ergeben, haben wir Ärzt:innen noch weitere Mittel zur Verfügung.

Sie sagten, dass Migräne nicht gleich Migräne ist: Für wen eignet sich die moderne Prophylaxe? 

Eine moderne Migräneprophylaxe kann Patient:innen verschrieben werden, die vier und mehr Migränetage pro Monat erleben. Deshalb ist es ratsam, ein Kopfschmerztagebuch zu führen und dieses als Dokumentation zum ärztlichen Gespräch mitzubringen. 

Laut der Eurolight-Studie4 haben viele Angst vor der nächsten Migräneattacke – was raten Sie diesen Patient:innen?

Eine Migräne kündigt sich oft an, insbesondere, wenn es sich um eine Migräne mit Aura handelt. Dabei kann 10 bis 30 Minuten vor der Attacke ein Kribbeln oder gar eine Taubheit im Gesicht oder entlang der Arme zu spüren sein, oder es können Seh-, Lese- und Sprachprobleme auftreten. Betroffene sollten in den ersten Anzeichen einer nahenden Attacke ihre Chance sehen, noch rechtzeitig Akutmedikamente einzunehmen, um die Attacke abzufangen. Wer Anzeichen spürt und abwartet, begeht hingegen den Hauptfehler der Migränetherapie. Es gilt: Je länger sich der Schmerz aufbauen kann, desto schwieriger wird es, ihn mit Akutmedikamenten zu drücken.

Warum ist bei migräneartigen Kopfschmerzen der direkte Gang zu Migräne-Expert:innen wie Ihnen wichtig? 

Weil wir uns damit auskennen. Zu mir kommen immer wieder Patient:innen, die ihre Kopfschmerzen selbst nicht ernst genug genommen haben – oder sie berichten von Ärzt:innen, die sie bagatellisieren. Wir müssen die Migräne endlich beim Namen nennen: Migräne ist viel mehr als ein Kopfschmerz. Wenn ich Patient:innen dann ‚lange Zähne mache‘ und ihnen aufzeige, welche hochwirksamen Medikamente es zur Prophylaxe und Akutbehandlung inzwischen gibt, höre ich immer wieder: ‚Ich möchte nichts nehmen, so schlimm wird’s schon nicht …‘ Mit 27 Jahren Erfahrung als Neurologe kann ich da nur antworten: ‚Doch, ohne Behandlung wird es ganz schlimm.‘ Und wenn die Patient:innen dann nach einer Zeit wiederkommen, in der sie Migräneprophylaxe betrieben haben, höre ich oft ein: ‚Hätte ich das bloß schon früher gewusst/gemacht.‘

NICHT AUFGEBEN:  SCHRITT FÜR SCHRITT ZU IHRER MIGRÄNETHERAPIE 

  • Schritt 1: Symptome dokumentieren – Migränetagebuch führen
  • Schritt 2: Neurolog:innen aufsuchen, die auf Migräne spezialisiert sind (Diagnose, Therapie starten & Rücksprache halten)
  • Schritt 3: Prophylaxe UND Akuttherapie verstehen und anwenden
  • Schritt 4: Fortschritte feiern (gute Akutmedikation, Attacke leichter, dank Prophylaxe seltener)
Bleiben Sie dran – es gibt für Ihre Migräne die passende Therapie!

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