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Hören als Bollwerk gegen die Demenz

Senior man in hospital having ear test.
Senior man in hospital having ear test.
iStock/Darunechka

Das Gehör ist nicht einfach nur eines unserer fünf Sinne. Wer gut hört, kann aktiv am Leben teilnehmen. Aber auch die geistige Gesundheit steht und fällt mit der Fähigkeit, die Umgebung aktiv wahrzunehmen.

Der Fernseher muss jedes Monat etwas lauter gedreht werden, um den Nachrichten im Hauptabendprogramm folgen zu können. In Geschäften reden die Angestellten zunehmend undeutlich, man bittet deutlich öfter als bisher um eine Wiederholung des Gesagten. Und beim Familienessen im Lieblingsrestaurant fällt es, wohl auch aufgrund der Hintergrundgeräusche, so richtig schwer, den Gesprächen am Tisch zu folgen. Woran liegt das? Ändert sich die Geräuschintensität der Umgebung? Wird alles leiser? Oder könnte es doch auch sein, dass das eigene Gehör einfach nachgelassen hat?

Schwerhörigkeit als Demenzrisiko

Wesentliche Dinge in der eigenen Umgebung zu hören, ist eine wichtige Eigenschaft, aber auch ein Geschenk. Das Lachen eines Kindes, das Zwitschern eines Vogels, den Bass der Lieblingsmusik. Gutes Gehör ist aber nicht selbstverständlich. Allein bei uns in Österreich ist laut Schätzungen von Hörakustikern jeder Fünfte von einer deutlichen Hörminderung betroffen. Und das sind nicht nur alte Menschen. Auch Kinder, Jugendliche und Erwachsene in ihren besten Jahren können von vermindertem Gehör betroffen sein.

Was in den meisten Fällen aber nicht bedacht wird: Unter einer sogenannten Hörminderung leiden nicht nur soziale Kontakte, sondern auch die geistige Fitness. Eine unbehandelte Hörstörung, die über einen längeren Zeitraum besteht, erhöht laut einer Langzeitstudie das Risiko, an Demenz zu erkranken, um rund 50 Prozent. Damit zählt die Schwerhörigkeit zu einer der neun offiziellen Risikofaktoren für eine Demenzerkrankung. Denn Hören spielt sich nur zu einem kleinen Teil im Ohr und im Gehörgang ab. Hören ist vor allem Aufgabe des Gehirns. Das Gehörte muss entschlüsselt und entsprechend umgesetzt werden. Diese Tätigkeit wird stark eingeschränkt, wenn weniger gehört wird. Mit oftmals fatalen Folgen.

Hightech im Ohr

Daher ist es wichtig, entstehende Hörminderungen möglichst zeitnah zu erkennen und fachgerecht zu versorgen. So können sich Gehör und Gehirn wieder langsam an das natürliche Hörerlebnis gewöhnen. Diese Versorgung gelingt am besten mit einem digitalen Hörgerät vom Profi, von dem niemand etwas mitbekommt. Denn moderne Hörgeräte sind nicht nur Wunderwerke der Technik, sondern auch überraschend klein und unauffällig. Dem Träger ermöglichen sie aber ein neuartiges Erleben des Alltags. Sind sie doch beispielweise in der Lage, Störgeräusche im Hintergrund während Gesprächen oder Konzerten herauszufiltern. Dank neuer Akkutechnologie fällt auch der regelmäßige Batteriewechsel weg. Erstmals können Hörgerate wie ein modernes Mobiltelefon auch mittels Induktion geladen werden. Auch das Thema Internet und Vernetzung macht vor dem Hörgerät nicht Halt. Aktuelle Geräte sind online und so beispielsweise in der Lage, dem Träger den Empfang einer Email anzukündigen.

Vor dem Tragen eines Hörgerätes muss heute, dank moderner Technologie und sehr kleinen Geräten, niemand mehr Angst haben. Wichtig ist, beginnenden Hörverlust zeitnah und fachgerecht versorgen zu lassen. Denn mit gutem Gehör bleibt nicht nur der Alltag lebenswert und spannend. Auch Demenz, ausgelöst durch Schwerhörigkeit, lässt sich so verhindern.  


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