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Sehen und Hören

Mit Style, Charme und Hörgerät am Red Carpet

Manuel Cortez ist ein kreativer Alleskönner: Der prominente Schauspieler, Fotograf und Mode-Experte ist ständig zwischen Glamour, Events und Lifestyle unterwegs. Herausforderungen sind dem Prominenten nicht unbekannt. Denn auch in seinem Leben musste er einige Hürden überwinden.

Manuel Cortez

Schauspieler, Fotograf und Mode Experte

Eigentlich läuft alles bestens für Manuel Cortez: Als einer der Protagonisten der Telenovela Verliebt in Berlin nimmt seine Karriere ab 2006 Fahrt auf. Als Stylist, Fotograf, Regisseur und Schauspieler lebt das Multitalent in Berlin. 2013 gewinnt er Let’s Dance. Wovon lange aber keiner weiß, ist die Hörminderung, unter der Manuel Cortez leidet. Nach einem Wakeboard-Unfall mit Trommelfellriss hört er auf dem rechten Ohr nur noch 80%. Auf dem linken sogar nur 65%, der Grund dafür sind wohl Mittelohrentzündungen in seiner Kindheit. Die Diagnose erhält er unmittelbar nach dem Unfall 2012. Und doch unternimmt er lange nichts.

Das Stigma “Hörgerätträger”

Für Manuel sind Hörgeräte medizinische Prothesen “für alte Menschen” – und nichts für junge, erfolgreiche und stylische Männer. Die Hörgeräte passen einfach nicht zu seinem Modegeschmack, seinem Job und seiner Selbstwahrnehmung. Manuel erinnert sich, wie sein Hörverlust langsam anfing sein Berufsleben zu beeinflussen: Bei Dreharbeiten hört er oft nicht mehr, wenn der Regisseur ihm seinen Einsatz gibt. Wenn viele Leute gleichzeitig sprechen, fällt es ihm immer schwer zuzuordnen, wer was gesagt hat. „Meine Frau dachte immer, ich höre ihr nicht richtig zu.“ Heute kann er über diese Anekdoten lachen, er erinnert sich aber noch daran, wie er damals seine Probleme ignoriert hat. “Du weißt, dass etwas nicht stimmt, aber es bereitet dir keine richtigen Schmerzen, also macht man erstmal gar nichts.”

Wichtig ist, dass man sich selbst in seiner Kleidung lieben lernt und sich nicht darin versteckt. Kleidung kann unshelfen, uns selbst auszudrücken mutig zu zeigen, wer man ist. Und warum sollte das bei Hörgerätenanders sein?

Nach vier Jahren besucht Cortez erstmals einen Hörakustiker und lässt sich seine Hörgeräte anpassen: „Die waren schwarz, deshalb hat man sie nicht so deutlich gesehen. Aber trotzdem war es ein großes Objekt hinter dem Ohr.“

Erste Erfahrungen mit Hörgeräten

Cortez entscheidet sich, die Geräte zu nutzen und steht ab sofort in der Öffentlichkeit dazu. Doch hinter den Kulissen fühlt er sich nicht so wohl, wie er sich gibt. Natürlich, er hört deutlich besser, wenn auch noch immer nicht perfekt. Gleichzeitig aber stört ihn das Handling. Die Geräte drücken im Ohr. Die Batterien sind immer zum falschen Zeitpunkt leer. Mit der Zeit lernt er mit den Kompromissen zu leben. Womit er aber weiterhin Probleme hat, ist der Look&Feel der Geräte. Die klobige Form hinter dem Ohr, die konservativen Farben: „Mir fehlte einfach der Style“

Beim Schreiben eines Style-Ratgebers erkennt Cortez, dass die Style-Ratschläge, die er seinen Fans gibt, nämlich Kleidung als Mittel zu nutzen, um sich selbst auszudrücken, so gar nicht mit seinen Hörgeräten zusammenpassen: „Irgendwann kam die Erkenntnis: ‚Hey: Practice what you preach!‘ Du müsstest dich genauso mal um dein Hörthema kümmern. Von diesem Zeitpunkt an habe ich dem Hören die Bedeutung gegeben, die es verdient und braucht.

Hörgeräte werden modisch

Manuel beschäftigt sich mit unterschiedlichen Modellen, entdeckt dabei stylischere, leichtere Geräte und ist direkt begeistert: “Das ist geil. I like. Bei meinen alten Hörgeräten wurde ich immer daran erinnert, dass ich sie trage. Sie sind groß, ich spürte sie hinter dem Ohr. Das war störend. Diese hier sind so schmal und leicht, dass ich sie nicht mal mehr bemerke.”

Manuel ist es ein großes Anliegen seine Erfahrungen mit anderen zu teilen. Seine Mission ist es, anderen Menschen mit Hörverlust zu helfen. Er hat das Gefühl, dass viele das gleiche durchmachen, wenn sie mit Hörverlust konfrontiert werden. Mit neuer Form und neuem Design gehört das aber der Vergangenheit an, sagt Cortez: “Das ist ein Statement. Die kann man ruhig sehen. Die sind einfach super stylisch.”.

Dieses Selbstvertrauen passt perfekt zu seinen Überzeugungen über den persönlichen Stil, die er in dem Buch ausdrückte, das er zusammen mit seiner Frau verfasst hatte: “Finde Deinen Style! Und fühle Dich endlich wohl mit dir selbst”.

“Wichtig ist, dass man sich selbst in seiner Kleidung lieben lernt und sich nicht darin versteckt. Kleidung kann uns helfen, uns selbst auszudrücken – mutig zu zeigen, wer man ist. Und warum sollte das bei Hörgeräten anders sein?”.


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