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Tiergesundheit

Das grosse Potenzial der Arzneipflanzen

Foto: Nia Ramirez via unsplash

Dr. Michael Walkenhorst

Tierarzt, FA Veterinärphytotherapie GST
Departement für Nutztierwissenschaften
Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL.

Er leitet die tierärztliche Sektion der Schweizerischen Medizinischen Gesellschaft für Phytotherapie (SMGPvet).

Welches Potenzial in Arzneipflanzen im Einsatzbereich nachhaltiger Tierhaltung steckt, erklärt der Experte Dr. Michael Walkenhorst im Interview.

Welchen Stellenwert kann Phytotherapie in der nachhaltigen Tierhaltung einnehmen?

Ich sehe ein grosses Potenzial in sekundärstoffreichen Pflanzen, um den Einsatz von Antibiotika und anderen Medikamenten zu reduzieren. Das betrifft sowohl die Therapie von leichten Erkrankungen als auch die komplementäre Therapie von schweren Erkrankungen. Arzneipflanzen haben aber ausserdem ihren Stellenwert in der Prophylaxe. 

Ist das auch der grosse Vorteil der Phytotherapie? 

Wenn man frühzeitig mit milden Massnahmen eingreift, ist die Notwendigkeit, Antibiotika, Antiparasitika und andere schulmedizinisch auf Monosubstanzen begründete Präparate einzusetzen, geringer. Natürlich haben uns diese Monosubstanzen in der modernen Medizin weit gebracht, und darauf möchte auch niemand verzichten. Wir arbeiten bei Arzneipflanzen aber immer mit Vielstoffgemischen. Der biologische Hintergrund dafür ist, dass sich die Arzneipflanzen an ihrem eigenen Standort schon gegen allerlei schützen müssen und somit gleich ein breites Repertoire an Wirkbereichen anbieten.

Was sind Ihre drei Pflanzenfavoriten in der Phytotherapie?

Wenn Sie mich persönlich fragen, dann sind das Kamille, Salbei und Süssholz. Bei der Kamille werden die Blüten verwendet, bei Salbei die Blätter beziehungsweise das Kraut und bei Süssholz die Wurzel. Mein ganz persönlicher Favorit ist die Kamille, weil sie für die Vielstofflichkeit steht und gleichzeitig so vielseitig einsetzbar ist.

Kamille

Entzündungshemmende Wirkung, kann äusserlich und innerlich angewendet werden, einsetzbar unter anderem für Magen-Darm-Erkrankungen, aber auch in der Wundpflege und Wundheilungsförderung.

Kamille. Foto: Johannes Maximilian

Salbei

Antimikrobielle und antientzündliche Wirkung, enthält Gerbstoffe, die durch Aufkochen für den Einsatz im Magen-Darm-Trakt geeignet sind, ausserdem gut einsetzbar für Maulhöhle und milde Desinfektion.

Salbei. Foto: Paulina H. via unsplash

Süßholz

Entzündungshemmende und entzündungsmodulierende Eigenschaften, wirkt sich positiv auf Leberstoffwechsel aus und ist daher besonders interessant für die Anwendung bei Milchkühen.

Süßholz. Foto: mirzamlk via shutterstock
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