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Wenn Essen zur Qual wird

Foto: Jennifer Burk via Unsplash
In Kooperation mit
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Wenn Essen zur Qual wird

Noch immer zählen Essstörungen zu jenen Erkrankungen, die von Betroffenen aus Angst und Scham sogar vor den engsten Vertrauten verheimlicht werden. Jahrelang wissen oft nicht einmal Eltern, Lebenspartner oder gute Freunde Bescheid. Dabei sind Essstörungen ernst zu nehmende psychische Erkrankungen, die viele Ursachen haben können und oft chronisch verlaufen. Betroffen sind vor allem Mädchen und Frauen, aber auch immer mehr Burschen und Männer.

Essstörungen rechtzeitig erkennen

Essstörungen können sich auf unterschiedliche Weise zeigen: als Magersucht (Anorexia nervosa), Ess-Brech-Sucht (Bulimia nervosa) oder Esssucht (Binge-Eating). Während bei der Magersucht das Essen nach und nach eingestellt wird, leiden von Ess-Brech-Sucht und Esssucht betroffene Menschen unter unkontrollierten Essanfällen, teilweise mit danach selbst herbeigeführtem Erbrechen.

Alle drei Arten von Essstörungen können lebensgefährlich werden und führen zu weiteren körperlichen und seelischen Erkrankungen, wie Herz-Kreislauf-Problemen, hormonellen Störungen, Depressionen oder Angst- und Zwangserkrankungen. Die Chance auf Heilung ist umso größer, je früher eine Essstörung erkannt und behandelt wird.

„Niemand muss sich schämen, weil er eine Essstörung hat. Das wollen wir betroffenen Menschen klarmachen. Wichtig ist, die Krankheit so früh wie möglich zu erkennen und professionelle Hilfe zu suchen“, rät Experte Dr. Christof Argeny, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapeut sowie Ärztlicher Leiter bei sowhat. Kompetenzzentrum für Menschen mit Essstörungen.

Orthorexie – Essstörung oder zwanghaftes Essverhalten?

Menschen mit Orthorexie beschäftigen sich ausgesprochen stark mit gesunder Ernährung. Sie werden in der Auswahl des Essens immer strenger mit sich selbst – die Liste der erlaubten Lebensmittel wird immer kürzer. Darunter leiden die sozialen Kontakte, es kommt zu Mangelerscheinungen und einem geschwächten Immunsystem, teils sogar zu Herz- und Muskelschwäche.

Trotz der massiven Folgen für Betroffene gilt die Orthorexie nicht als eigenes Krankheitsbild. Sie kann allerdings die Vorstufe oder ein Bewältigungsversuch einer Magersucht (Anorexia nervosa) sein. Deshalb ist es wichtig, ein solches Essverhalten professionell abklären zu lassen.

Wenn Sie an einer Essstörung leiden oder glauben an einer zu leiden, suchen Sie bitte professionelle Beratung und Information: http://www.sowhat.at/ 

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