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Das sagt Gundula Koblmiller, MSc, Präsidentin der Österreichischen Lungenunion (ÖLU). Im Interview spricht sie über Missverständnisse, Versorgungslücken und Hilfsangebote für Menschen mit COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung)

Gundula Koblmiller, MSc, Präsidentin der Österreichischen Lungenunion (ÖLU)

Gundula Koblmiller, MSc

© ZVG

Präsidentin der Österreichischen Lungenunion (ÖLU)

Warum wird COPD im Vergleich zu anderen chronischen Erkrankungen noch immer unterschätzt? 

Für die dritthäufigste Todesursache ist die Aufklärung nicht gut genug. Wahrscheinlich wissen alle Menschen heute über Schlaganfall, Herzinfarkt, Bluthochdruck und Diabetes mehr als über COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung) – dabei kommt sie oft mit all diesen Erkrankungen gleichzeitig vor. Die Lunge wird immer vergessen. Es besteht leider noch immer viel zu wenig Bewusstsein, dass Rauchen zu 80 Prozent der Auslöser für COPD ist. Bedenklich: 25 Prozent der Jugendlichen in Österreich konsumieren Zigaretten oder Nikotinprodukte, die der Lunge schaden – und speziell die Lungen junger Frauen sind nachweislich empfindlicher. 

Welche Fragen beschäftigen Menschen nach einer COPD-Diagnose am häufigsten? 

Jeder zehnte Mensch hat COPD. Viele wollen wissen, wie sie die Erkrankung im Alltag besser managen können – und wie sie Begleiterkrankungen vorbeugen. Mit unserem Persönlichen-Therapie-Management-Plan für COPD unterstützen wir Betroffene beim Selbstmanagement, der Verlaufskontrolle und der Vorbereitung auf ärztliche Besuche. Die zentrale Botschaft bleibt dabei immer dieselbe: Nicht erst zur Untersuchung gehen, wenn es schon Beschwerden gibt! Regelmäßige Lungenfunktionstests sind entscheidend – denn indem getestet wird, wird die Lunge als Organ überhaupt erst wahrgenommen. 

Wo sehen Sie Versorgungslücken? 

Bei einer Befragung von Betroffenen hat sich gezeigt, dass 27,5 Prozent der Personen mit COPD innerhalb der letzten zwölf Monate mindestens einen Krankenhausaufenthalt hatten. Diese Zahlen sprechen für eine erhebliche Krankheitslast und deuten darauf hin, dass viele Patient:innen in der niedergelassenen Versorgung nicht ausreichend stabilisiert werden. Die Rehospitalisierung innerhalb von drei Monaten liegt laut Studien bei rund 40 Prozent der Betroffenen – das ist wohl die größte Lücke. Menschen mit COPD brauchen eine bessere und stabile Erkrankungskontrolle mit engmaschigeren Untersuchungen. 

Welche Angebote oder Unterstützungsmöglichkeiten können Patient:innen und Angehörige in Anspruch nehmen? 

Die Österreichische Lungenunion ist eine Patient:innen-Organisation zur Selbsthilfe für Menschen mit Atemwegs- und Lungenerkrankungen, Lungenkrebs, Allergien, Neurodermitis und Urtikaria. Wir bieten monatlich zum Beispiel ein kostenloses einstündiges OnlineLive-Atemtraining mit einer Atemtherapeutin an – mit gemeinsamen Übungen, die täglich weitergemacht werden sollten, und der Möglichkeit, direkt Fragen zu stellen. Über unsere Website informieren wir gemeinsam mit Expert:innen in Vorträgen, Videos und Podcasts über wichtige Erkenntnisse und neue Behandlungsmöglichkeiten.

Lungenunion Logo

* Bei Fragen kontaktieren Sie bitte Ihre Ärztin/Ihren Arzt.

Hinter diesen Beschwerden könnte COPD stecken

Husten, Auswurf oder Kurzatmigkeit können verschiedene Ursachen haben. Bestimmte Beschwerden und Risikofaktoren können im Zusammenhang mit COPD auftreten.
Auf folgende Anzeichen gilt es zu achten: 

  • Husten an den meisten Tagen
  • Regelmäßiger Schleim oder Auswurf
  • Kurzatmigkeit bzw. schneller außer Atem als andere Menschen im gleichen Alter
  • Zunehmende Schwierigkeiten bei körperlicher Belastung, zum Beispiel beim Stiegensteigen oder Gehen
  • Häufige Atemwegsinfekte oder wiederkehrender, länger anhaltender Husten
  • Pfeifende oder rasselnde Atmung
  • Aktuelles oder früheres Rauchen
  • Längere oder regelmäßige Belastung der Atemwege durch Rauch, Staub, Dämpfe oder andere Schadstoffe

Treffen mehrere dieser Anzeichen auf Sie zu?

Dann lohnt es sich, die Beschwerden bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt anzusprechen. Vor allem regelmäßig auftretender Husten, Auswurf oder Atemnot sollten nicht einfach als Alterserscheinung abgetan werden. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Je früher eine mögliche COPD erkannt wird, desto früher können Betroffene gemeinsam mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt geeignete Maßnahmen setzen.
 
Hinweis: Dieser Selbstcheck dient ausschließlich der ersten Orientierung und kann keine ärztliche Untersuchung oder Diagnose ersetzen. Ob eine COPD oder eine andere Lungenerkrankung vorliegt, kann nur durch eine ärztliche Abklärung festgestellt werden. Bei Fragen oder Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

NP-AT-CPU-ADVR-260004; 09/2026

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