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Back to the Roots als Erfolgsgeheimnis

Bild: ZVG

Permanent unter Strom und unterwegs: So schafft es die österreichische Skilangläuferin Teresa Stadlober dennoch, die innere Balance zu wahren.

Sie befinden sich gerade in der Wettkampfphase. Welche Ziele haben Sie sich für diese Saison gesetzt?

Die heurige Saison ist eine Saison ohne Großereignis – es gibt keine WM, kein richtiges Highlight sozusagen. Der Weltcup steht im Vordergrund und es werden ein paar Touren ausgetragen. Beispielsweise die Tour de Ski und einmal die Skitour 2020 – da möchte ich vorn mit dabei sein.

Wie schaffen Sie es, nach einem anstrengenden Tag zu entspannen, beziehungsweise welche Rituale oder Gewohnheiten helfen Ihnen dabei?

Für mich steht fest: Druck macht man sich immer selbst. Es hat lange gedauert, bis ich damit umgehen konnte. Dahingehend gibt es bei mir zwei Arten der Regeneration: Einmal die, wenn ich unterwegs bin, und einmal, wenn ich zu Hause bin. Wenn ich unterwegs bin, bin ich immer unter Leuten und „on the road“ sozusagen. Da versuche ich dann, trotzdem Zeit für mich zu finden. Zum Beispiel, Kopfhörer aufsetzen und abschalten, Musik hören, in einer Stimmung, die mir gerade taugt. Dazu mache ich mir dann auch oft, vor allem wenn ich im Hotelzimmer bin, einen Tee und fokussiere mich auf mich, auf mein Können, auf meine Ziele. Zuhause fällt es mir immer leichter, abzuschalten. Daheim kann ich den ganzen Stress beiseiteschieben und mich entspannen, beispielsweise bei einem warmen Bad.

Gerade jetzt war ich zwei Tage zuhause, zwischen der Weltcup-Saison. Heute bin ich schon wieder am Weg, und da ist es einfach das Beste, sich eine Badewanne einzulassen, mal eine halbe Stunde bewusst darin zu liegen und wirklich den Moment nur für sich zu haben. Eben weil unterwegs das ganze Umfeld immer hektisch ist. Da kann man dann auch mal alles reflektieren, den Stress gut abbauen und sich auf sich selbst fokussieren.

Als Spitzensportler muss man sich permanent auf den Wettkampf vorbereiten. Haben Sie im Sommer Zeit zur Regeneration, gibt es überhaupt so etwas wie eine trainingsfreie Zeit? Und wenn ja, wie verbringen Sie diese?

Die gibt es auch, ja, die ist aber bei uns sehr spärlich gesät (lacht). Gerade mitten in der Woche fallen im Sommer oft ein paar Tage an. Die verbringe ich gern zuhause mit Familie, mit Freunden. Da mache vielleicht mal etwas, was nichts mit Sport zu tun hat, gehe beispielsweise einkaufen … Abschalten kann man eigentlich am besten zuhause.

Was tun Sie für ein gutes Bauchgefühl und für Ihr Wohlbefinden? Inwieweit gehört die Ernährung zur Erfolgsstrategie?

Gerade im Ausdauersport sind ja der Bauch oder der Magen oft beleidigt. Nach intensiven Wettkampfeinheiten ist es für mich immer sehr wichtig, zu schauen, dass ich nur das zu mir nehme, was ich auch gut vertrage, also was gut verträglich ist. Das war ein jahrelanger Lernprozess, bis man weiß, was man verträgt, oder: „Vor dem Wettkampf kann ich das und das zu mir nehmen oder muss dieses und jenes weglassen.“ Ernährung ist ein sehr wichtiges Thema für unsere Familie: Dass man immer das zuführt, was der Körper benötigt, damit man seine Leistung erzeugen kann.

Da werden Sie doch sicher unterstützt?

Ich habe keinen Ernährungsberater, aber da meine ganze Familie aus dem Sportbereich kommt und sich da sehr gut auskennt und wir daheim viel reden und Sachen ausprobieren, was Essen betrifft, fühle ich mich immer gut beraten. Problematisch wird’s natürlich, wenn man unterwegs und doch auf Hotelessen angewiesen ist. Natürlich muss man ein paar Dinge beachten, wie beispielsweise, dass Schweinefleisch vor dem Wettkampf tabu ist. Was ich gern esse, sind Suppen, Kohlenhydrate, Fisch … Generell ernähre ich mich von Mischkost. Ich folge keiner speziellen Diät. Vor einem Wettkampf esse ich gern einen Brei, Haferbrei zum Beispiel, und dann vielleicht noch ein Schwarzbrot.

Sie stehen unter Dauerstress. Wie schaffen Sie es trotz der permanenten Belastung, auf sich zu achten und die innere Balance zu wahren?

Momentan sind jedes Wochenende Wettkämpfe angesetzt. Man könnte theoretisch von einem Wettkampf direkt zum nächsten reisen, aber mein Tipp ist eigentlich, vorher immer mal nach Hause zu kommen. Ich war letzte Woche in Finnland, hätte eigentlich gleich direkt nach Norwegen reisen können. Aber für mich ist wichtig, nach Hause zu fahren und abschalten zu können. Und wenn es nur zwei Tage in der gewohnten Umgebung sind, mit meinen Liebsten sozusagen. Und natürlich auch auf die österreichische Küche wieder zurückgreifen zu können, sich mal eben in die Badewanne legen, mal durchschnaufen und die Zeit für sich zu verbringen und nicht immer nur aus der Tasche zu leben. So hole ich mir Energie für den nächsten Wettkampf.

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