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Body Positivity

#Makeitvisible

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Foto: Gemma Chua-Tran via Unsplash
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Ein erfülltes Sexualleben kann für Betroffene von Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa durchaus herausfordernd sein.

Sexualpädagogin Yeter Eksi spricht über das Thema Sexualität und versucht, Betroffenen den Umgang mit ihrer Sexualität im Zuge der Erkrankung zu erleichtern.

Hinsichtlich der sexuellen Zufriedenheit und der Schönheit der Körper besteht ein enormer Erwartungsdruck. Das Übermaß an Sex in Medien, Fernsehen und Magazinen täuscht vor, dass wir alle perfekt sein müssen und bereits alles wissen sollten. Lustvolle Sexualität ist jedoch kein universelles Können, das uns angeboren ist – aber es kann von jedem erlernt werden.

Kevan Wylie (European Society for Sexual Medicine) definiert sexuelles Wohlbefinden als ein Gleichgewicht zwischen körperlichen, emotionalen und gesellschaftlichen Faktoren. Das bedeutet, dass nicht allein der Körper und seine „Funktionalität“ unsere sexuelle Zufriedenheit bestimmen, sondern unterschiedliche Ebenen dazu beitragen. 

#makeitvisible | Foto: Barbara Wirl

In Phasen körperlicher Eingeschränktheit haben fast alle Menschen weniger Lust auf Sex. Weil CED-Betroffene öfter und meist auch längere Phasen des körperlichen Unwohlseins erleben müssen und das Vertrauen in die sexuelle Erregungsfähigkeit dadurch schwinden kann, steigt die Angst, die Beziehung zu gefährden beziehungsweise unattraktiv für das Gegenüber zu sein.  

Leidenschaft und sexuelle Anziehungskraft können erhalten oder auch wieder entfacht werden. Das Erlernen neuer Erregungspraktiken kann dabei helfen, ein breites Spektrum an Wahrnehmungsmöglichkeiten zu erforschen. Um das zu erreichen, muss aber der gesamte Körper in die Lusterfahrung mit einbezogen und mit der Berührungsqualität experimentiert werden. Wiederholungen stärken die Verbindungen in unserem Nervensystem, wodurch die Erregungsfähigkeit am gesamten Körper besser wahrnehmbar wird und zukünftig schneller wieder abgerufen werden kann. Manchen hilft es vorerst, mit sich selbst zu proben, um neue Empfindungen in einem sicheren Rahmen auszuprobieren. In jedem Fall gilt: Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Wer eine Vielfalt an sexuellen Erregungsmöglichkeiten kennt, hat weniger Druck, beim Sex zu „versagen“. Das entlastet die Beziehung und verringert das Gefühl, auf etwas verzichten zu müssen, denn Sexualität ist viel mehr als Geschlechtsverkehr.

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Paare, bei denen die Partner ihre jeweiligen Bedürfnisse wahrnehmen können und in der Lage sind, diese dem Gegenüber zu kommunizieren, haben eine solide Basis für ein gelingendes Sexualleben. Geplante Gesprächszeiten und/oder Termine bei Fachpersonen können helfen, diese Gesprächsbasis zu erarbeiten. 

CED-Betroffene stehen stärker unter Druck, sich erklären zu müssen, um Verständnis für ihre Situation zu erhalten. Sie brauchen daher Geduld mit dem Gegenüber und auch mit sich selbst, denn eine (gemeinsame) Sprache für (sexuelle) Gefühle und Wünsche zu finden, bedarf ein bisschen Übung und auch Mut. Für Singles ist die Partnerwahl eine besondere Hürde. Manche müssen erst Vertrauen und Nähe aufbauen, um die Betroffenheit ansprechen zu können, andere gehen sofort offen mit ihrer Erkrankung um. Welchen Zugang man wählt, ist individuell verschieden. Wichtig ist, dass sich die betroffene Person mit ihrer Entscheidung wohlfühlt.

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