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Ernährung

Lassen Sie es sich schmecken!

Diabetes monitor, diet and healthy food eating nutritional concept with clean fruits and vegetables with diabetic measuring tool kit
Diabetes monitor, diet and healthy food eating nutritional concept with clean fruits and vegetables with diabetic measuring tool kit
iStock/artursfoto

Wer an Diabetes leidet muss schon lange nicht mehr verzichten und Diät halten. Ernährt man sich ausgewogen und abwechslungsreich und macht genügend Bewegung, darf auch geschlemmt werden.

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Tina Ganser, MSc

Ernährungswissenschafterin © Foto: William Melling

Zwar ist Diabetes eine ernsthafte Erkrankung, jedoch können DiabetikerInnen nach der Diagnose mit Hilfe ärztlicher Behandlung und Lebensstiloptimierung (gesunde ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung) ein fast normales Leben führen. Vorbei ist die Zeit der diabetesgerechten Diäten, der strengen Regeln und des Verzichtens. Heutzutage weiß man, dass sich die Ernährung eines Diabetikers kaum noch von der eines Nicht-Diabetikers unterscheidet.

Bye bye Schokolade, Kuchen & Co.?

Greifen Sie zu Lebensmittel mit einem hohen Ballaststoffgehalt wie Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten. Diese lassen den Blutzuckerspiegel nicht nur langsam ansteigen, sondern halten ihn auch konstant. Zudem bleibt man länger satt.

Verwenden Sie buntes Obst und Gemüse und lassen Sie so Ihren Teller wie einen Regenbogen aussehen. Ergänzen Sie Hauptspeisen mit knackigem Gemüse und Salat und lassen Sie es auch mal den Star am Teller sein. Ein pikantes Frühstück oder eine Jause werden durch Tomaten, Paprika, Gurke etc. aufgewertet. Saisonales und regionales Gemüse bzw. Obst schmeckt meist nicht nur besser, sondern ist auch nährstoffreicher.

Essen Sie nicht zu fettreich und greifen Sie zu gesunden Fettquellen wie pflanzlichen Ölen (z.B. Oliven-, Raps-, Leinöl), Fisch und Nüssen. In vielen Fleisch- und Wurstsorten versteckt sich viel Fett, daher reduzieren Sie Ihren Fleischkonsum (max. 2–3 Mal pro Woche).

Trinken Sie mindestens 1,5–2 Liter pro Tag, bevorzugt Mineralwasser, ungesüßte Kräuter- oder Früchtetees oder sehr stark verdünnte 100-prozentige Obst- und Gemüsesäfte (3:1).

Die Sache mit dem Zucker

Keine Sorge, Sie müssen nicht auf die Zuckerseiten des Lebens verzichten. Bis zu 5 Prozent der Gesamtkalorienmenge pro Tag kann aus freiem Zucker (z.B Haushaltszucker, Honig, Agavendicksaft etc.) stammen – am besten über den Tag verteilt [WHO, 2015].

Kochen Sie selber frisch oder backen Sie sich ihren Kuchen selbst. So haben Sie den Zucker- und Fettgehalt in der Hand. Auch zucker- und fettreduzierte Gerichte sollten DiabetikerInnen nur in Maßen genießen. Übrigens, Diabetikerprodukte sind nicht empfehlenswert, diese haben meist nicht nur viele Kalorien, sondern sind auch teuer.

Die Zutatenliste fängt immer mit dem Lebensmittel an, das am meisten enthalten ist. Steht Zucker an der ersten oder zweiten Stelle, können Sie davon ausgehen, dass Sie ein sehr zuckerreiches Produkt in der Hand halten. Zucker kommt auch in vielen verschiedenen Arten im Produkt vor: Dextrose, Glukose, Malzzucker, Dicksaft wie Agavendicksaft, aber auch Saftkonzentrat wie Traubensaftkonzentrat – alles ein anderes Wort für Zucker.

Steigern Sie Ihr Wohlbefinden durch eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung. Schlemmen Sie in Maßen und genießen Sie mit viel Freude die Vielfalt der Lebensmittel.

Buchtipp

Tina Ganser – Gemüseliebe

100 vegetarische Jeden-Tag-Rezepte

ISBN 978-3-7066-2607-1

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