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Priv.-Doz. Dr. Martin Dirisamer, FEBO

Facharzt für Augenheilkunde und Ophthalmologie, Augenchirurg

Viele Menschen klagen im höheren Alter, dass ihre Sehkraft sich eintrübt. Die einzige wirksame Behandlungsmöglichkeit ist eine Operation. Ein Experteninterview mit Doz. Dr. Martin Dirisamer.

Können Sie uns bitte kurz erläutern, was der graue Star medizinisch betrachtet eigentlich ist?

Im Wesentlichen ist der graue Star eine Trübung der menschlichen Linse. Diesen Vorgang wird jeder Mensch einmal erleben. Es kommt zu einer kontinuierlichen Sehverschlechterung. Auch die Qualität nimmt ab, etwa dahin gehend, dass Farben schlechter unterschieden werden können.

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Warum wird das jeder Mensch einmal erleben?

Die Fasern im Auge, die anfangs noch klar sind, trüben sich langsam ein, das hat unter anderem mit Stoffwechselprozessen zu tun. Meist wird es erst ab 60, 70 relevant – davor nimmt man meistens nicht so viel davon wahr.

Kann man sich in irgendeiner Weise davor schützen?

Nein, es gibt keinen wirklichen Schutz. Umgekehrt gibt es durchaus Faktoren, die die Entstehung eines grauen Stars beschleunigen können, etwa UV-Licht bei Bergsteigern oder Stoffwechselerkrankungen oder Traumata wie ein Schlag aufs Auge. Außer der Empfehlung, grundsätzlich möglichst gesund zu leben, kann man aber nicht wirklich Ratschläge geben, die zur Vorbeugung taugen würden.

Bei welchen Anzeichen sollte ich einen Arzt aufsuchen?

Grundsätzlich dann, wenn man eine Sehverschlechterung bemerkt, die wenig schwankt und konstant da ist. Vielen Patienten fällt es erst recht spät auf und sie kommen erst, wenn die Sehleistung schon um die Hälfte reduziert ist. Im Alltag adaptiert das Auge sehr gut, der Prozess vollzieht sich schleichend über viele Jahre. Auch deshalb empfehlen wir nach Möglichkeit einen jährlichen Kontrollbesuch beim Augenarzt.

Ab welchem Alter würden Sie dazu raten?

Nun, grundsätzlich ist das altersunabhängig, weil der Augenarzt ja generell viele Dinge untersucht, nicht nur den grauen Star. Das ist nicht immer so einfach umsetzbar, das weiß ich schon. Wer keine speziellen augenärztlichen Risikofaktoren wie etwa Diabetes oder einen grünen Star in der Familie mitbringt, sollte aber jedenfalls ab dem 40. Lebensjahr jährlich zur Untersuchung gehen. Wir erleben oft, dass Menschen mit 60 zum ersten Mal beim Augenarzt waren, weil sie geglaubt haben, der Besuch beim Optiker genügt – der sieht aber manche Dinge nicht, die der Augenarzt schon erkennen kann.

Sind Brillenträger Risikopatienten?

Grundsätzlich nicht, es kann aber unter bestimmten Bedingungen sein, dass der graue Star durch mit Sehflüssigkeit assoziierte Erkrankungen begünstigt wird.

Wenn ein grauer Star diagnostiziert wurde, wie sieht die weitere Vorgehensweise aus?

Der Augenarzt überweist den Patienten nach der Diagnose in ein Krankenhaus. Die Operation des grauen Stars ist die am häufigsten durchgeführte Operation der Welt – eben weil die Erkrankung so häufig ist. Sie geht auch schnell, wir sprechen von etwa zehn Minuten pro Auge. In den allermeisten Fällen braucht man keine Anästhesie, der Patient kann in der Regel sofort nach Hause gehen. Es können auch beide Augen an einem Tag operiert werden, sodass der Patient es schnell hinter sich hat.

Bin ich im Anschluss „geheilt“ oder kann der graue Star erneut auftreten?

Einmal operiert, kommt der graue Star an sich nicht wieder. Ab und zu tritt aber nach ein paar Jahren der sogenannte Nachstar auf. Der wird dann ganz einfach wegpoliert. Man muss davor also auch überhaupt keine Angst haben – es geht schnell, schmerzlos und unkompliziert. Die Patienten sagen danach oft, dass sie es sich wesentlich schlimmer vorgestellt hätten.

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