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Home » News » „Ich kann nicht 24/7 hadern – Selbsthilfegruppe für COPD und Langzeit-Sauerstoff-Therapie dann bleibt keine Zeit fürs Leben!“
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Judith Illek (69) erhielt ihre COPD-Diagnose 2012. Im Interview sprechen sie und ihr Mann Georg darüber, wie die chronisch obstruktive Lungenerkrankung ihren Alltag diktiert – und sie trotzdem ein zufriedenstellendes Leben führen.

Judith, wie machte sich COPD bei Ihnen bemerkbar? 

Ich ging wegen eines langanhaltenden Hustens zu meinem Arzt. Zu diesem Zeitpunkt hegte ich bereits den Verdacht hinsichtlich COPD, weil Verwandte bereits damit diagnostiziert worden waren. Zudem rauchte ich, da lag das nahe. 

Welche alltäglichen Dinge fallen Ihnen heute schwerer als früher? 

Judith: Ich bin langsamer. Leichte Anstrengungen führen zu Atemnot. Beim Stiegensteigen, Staubsaugen oder Bergaufgehen fällt das besonders auf. Dann ärgere ich mich und bin zornig, weil ich früher geraucht habe. Doch als ich damit anfing, war das ‚normal‘. Niemand sprach über Folgen wie COPD. Aber: Ich kann auch nicht 24/7 hadern – dann bleibt keine Zeit fürs Leben. Wegen meines Lungenemphysems sind die kleinen Atemwege dauerhaft entzündet und verengt, die feinen Lungenbläschen zerstört. Ich kann infolgedessen weniger einatmen – und es staut sich verbrauchte Luft an. Es kommt regelmäßig zu einer Überblähung, sodass ich die Lunge mit dem Inhalieren von Medikamenten und bestimmten Atemtechniken aktiv entblähen muss.

Wie gehen Sie als Paar mit der Erkrankung um?

Georg: Als meine Frau eine Rund-um-die Uhr-Versorgung mit Sauerstoff brauchte, war das ein großer Einschnitt. Das Gerät schränkt sie sehr ein, weil die Reichweite deutlich geringer ist. Wir mussten unsere Pläne, die wir für die Pension gehabt hatten, über Bord werfen. Da meine Frau nicht mehr fliegen darf, ist der geplante Griechenlandurlaub unmöglich geworden. 

Judith und Georg

Judith: Die Frage ist bei jeder Unternehmung: Haben wir genug Sauerstoff dabei? Können wir welchen nachtanken? Entsprechend der Versorgungslage planen wir vorab sehr genau. Einmal im Jahr fahren wir mit unseren Kindern und Enkelkindern nach Kroatien – genügend Sauerstoff ist immer mit dabei! 

Georg: Zum Glück brauchte unser Häuschen keine Anpassungen – alles ist gut begehbar und unser kleiner Garten ist ein Segen. Das haben wir vor allem während der Coronapandemie zu schätzen gelernt. Wir machen seit jeher das Beste draus. Wichtig ist, dass wir alles gemeinsam machen. Wir sind mit unserem Leben recht zufrieden. 

Welche Unterstützung hilft Ihnen im Alltag am meisten?

Georg: Wir bekommen große Unterstützung von unseren Kindern und Enkelkindern. Wenn die im Haus sind, geht es immer lustig her. Das tut meiner Frau sehr gut. 

Judith: An fachlicher Unterstützung fehlte es anfangs. Mit der Diagnose wurde ich ins kalte Wasser geworfen. Deshalb haben wir die Selbsthilfe COPD-Austria ins Leben gerufen, deren Obfrau ich heute bin. Wir haben damit beide viel zu tun – doch der Einsatz lohnt sich: Vom Austausch mit anderen Betroffenen und mit Fachleuten prof itieren alle. Er hilft, die Krankheit leichter zu ertragen und den Alltag mit ihr besser zu bewältigen.

Georg: Uns ist besonders wichtig, dass bei all den Veranstaltungen und Unternehmungen, die österreichweit von der Selbsthilfegruppe organisiert werden, auch die Angehörigen mit dabei sind. Gemeinsam lebt sich das Leben mit der chronischen Erkrankung leichter – es kommt immer darauf an, wie viel die Einzelnen zu tragen bereit sind. 

Was wünschen Sie sich im Umgang mit Betroffenen? 

Judith: Für uns Betroffene ist das große Stigma, dass wir ‚selbst schuld‘ an unserer Erkrankung sind, weil wir geraucht haben. Das trifft oft zu, doch es gibt auch andere Ursachen für COPD. So oder so: Mein großer Wunsch ist es, dass nicht auf die Vergangenheit geblickt wird – die lässt sich nicht mehr ändern.

COPD Austria Logo

*Bei Fragen kontaktieren Sie bitte Ihre Ärztin/Ihren Arzt. 

Hinter diesen Beschwerden könnte COPD stecken

Husten, Auswurf oder Kurzatmigkeit können verschiedene Ursachen haben. Bestimmte Beschwerden und Risikofaktoren können im Zusammenhang mit COPD auftreten.
Auf folgende Anzeichen gilt es zu achten: 

  • Husten an den meisten Tagen
  • Regelmäßiger Schleim oder Auswurf
  • Kurzatmigkeit bzw. schneller außer Atem als andere Menschen im gleichen Alter
  • Zunehmende Schwierigkeiten bei körperlicher Belastung, zum Beispiel beim Stiegensteigen oder Gehen
  • Häufige Atemwegsinfekte oder wiederkehrender, länger anhaltender Husten
  • Pfeifende oder rasselnde Atmung
  • Aktuelles oder früheres Rauchen
  • Längere oder regelmäßige Belastung der Atemwege durch Rauch, Staub, Dämpfe oder andere Schadstoffe

Treffen mehrere dieser Anzeichen auf Sie zu?

Dann lohnt es sich, die Beschwerden bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt anzusprechen. Vor allem regelmäßig auftretender Husten, Auswurf oder Atemnot sollten nicht einfach als Alterserscheinung abgetan werden. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Je früher eine mögliche COPD erkannt wird, desto früher können Betroffene gemeinsam mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt geeignete Maßnahmen setzen.
 
Hinweis: Dieser Selbstcheck dient ausschließlich der ersten Orientierung und kann keine ärztliche Untersuchung oder Diagnose ersetzen. Ob eine COPD oder eine andere Lungenerkrankung vorliegt, kann nur durch eine ärztliche Abklärung festgestellt werden. Bei Fragen oder Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

NP-AT-CPU-ADVR-260003; 09/2026

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